Drei Mythen über: Vodka

Mythen über VodkaMythos Nummer 1: Die Russen haben’s erfunden!

Mythen über Vodka! Neben der charakteristischen Bärenfellmütze gibt es wohl nichts, dass noch mehr mit Russland in Verbindung gebracht wird, als Vodka, könnte man meinen. Man hat quasi automatisch gleich das Bild vor dem inneren Auge, wie da eine Gruppe wettergegerbter russischer Herren beisammen steht, die Fellmütze auf dem Kopf der ewigen sibirischen Kälte trotzend und in den vor Kälte roten Händen einen Becher glasklaren Vodka. Hier irgendwo, in dieser Kälte, in dieser rauen Gegend, inmitten von harten russischen Kerlen und unbedingt auch den Fellmützen – nur hier kann doch ein Drink wie Vodka überhaupt nur erfunden worden sein… Oder?

Fakt ist: noch immer streiten sich Russland und Polen darum, wem die Lorbeeren für diese Erfindung gebühren. Von offizieller Seite her haben allerdings die Polen die Nase vorn – der erste amtliche Vermerk über Vodka stammt aus dem Jahre 1405 aus Sandomierz in Polen.

Mythos Nummer 2: In Russland wird am meisten Vodka getrunken!

Um es kurz zu machen: ja, das stimmt. In Russland wird statistisch tatsächlich am meisten Vodka pro Kopf konsumiert – und zwar gleich so viel, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass jemals ein anderes Land an den Russen vorbeizieht. Unglaubliche 19 Stamperl Vodka werden hier pro Mann (oder Frau) und Monat konsumiert. Und zwar Doppelte, wohlgemerkt, also 4 cl. Diese kuriose Zahl hat leider aber einen sehr besorgniserregenden Beigeschmack, denn der Alkoholismus ist in Russland ein zunehmendes Problem. Zum Vergleich: in Deutschland und Österreich werden je Kopf und Monat im Durchschnitt weniger als 2 Doppelte Vodkas konsumiert, meistens übrigens als Zutat in Cocktails.

Mythos Nummer 3: Vodka als Genussmittel gegen die russische Kälte!

Eine weitere der Mythen über Vodka, die sich wohl deshalb so gut verbreitet hat, weil es einfach so naheliegend ist: Vodka sei schon seit jeher dazu verwendet worden, sich im russischen Winter mal von innen aufzuwärmen, die langen Winternächte ein wenig zu verkürzen, naja und weil eben jedes Land so seine Nationalspirituose hat und bei den Russen ist es eben der Vodka. Oder?

Fakt ist: Ganz ursprünglich, und zwar noch lange bevor man herausfand, das Vodka auch ganz lecker schmecken kann, also gewissermaßen als Vodka noch in den Babyschuhen steckte – zu der Zeit war das kristallklare Destillat nicht zum Trinken gedacht. Und übrigens auch nicht als Heilmittel, wie viele Geschichten über andere Spirituosensorten ihren Anfang nahmen. Nein, die anfänglichen Nutzen des Vodkas waren sehr viel profaner… fast tut er einem ein bisschen leid, der Vodka, so profan nämlich… um Stinkefüße ging es damals in erster Linie, die mit Vodka eingerieben wurden zur Geruchsneutralisierung. Und als Rasierwasser wurde Vodka auch gern eingesetzt. Mit ein wenig Kamille als Beigabe.

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