Liköre
Likör ist älter als Cognac und weiter verbreitet als Whisky. Likör - in all seinen Variationen - ist wohl die vielseitigste und facettenreichste Spirituose der Welt. Ob fruchtig oder cremig, würzig, sahnig oder bitter - in unserem deutschen Online-Shop findest du eine riesige Auswahl an Likören für jeden Gaumen. Von Prinz über Campari bis hin zu Aperol, Walcher, Andalö und Scheibel.
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Was ist eigentlich Likör?
Eigentlich ist es schnell erklärt: Ein Likör ist eine aromatische Spirituose mit einem Zuckergehalt von mindestens 100 Gramm Invertzucker pro Liter. Natürlich können die Hersteller auch andere Zuckerarten oder Süßungsmittel wie Honig oder Fruchtzucker verwenden. Diese Zuckeraustauschstoffe müssen dann aber geschmacklich der Süße von 100 g Invertzucker entsprechen. Zusätzliche Bedingung: Liköre müssen einen Alkoholgehalt zwischen 15 und 35 Volumenprozent aufweisen, wobei Abweichungen nach oben oder unten möglich sind. Alle Liköre bestehen also aus 4 Zutaten: Wasser, Alkohol, Zucker und natürlich die geschmacksgebenden Zutaten: Früchte, Gewürze, Kräuter, Extrakte oder sonstige Aromaträger. Als Zutaten sind sowohl Rohstoffe natürlichen Ursprungs als auch künstlich gewonnene Aromastoffe in Likören erlaubt.
Genießer-Tipps für Likör-Fans
So vielfältig wie die Likörsorten sind auch die Verwendungsmöglichkeiten. Man kann Likör natürlich pur genießen, aber auch auf Eis, im Cocktail, im Longdrink, mit Eiscreme, mit Kuchen, ... Dem persönlichen Geschmack sind keine Grenzen gesetzt. Die ungeöffneten Flaschen sind übrigens nahezu unbegrenzt haltbar (im Sinne von "viele Jahre, nicht Jahrhunderte", wohlgemerkt). Nach dem Öffnen sollte man den Likör aber auf jeden Fall im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb eines halben Jahres verbrauchen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Alkohol der Likör enthält, desto länger hält er sich. Bereits geöffneter Likör verliert jedoch mit der Zeit deutlich an Aroma und Geschmack. Wenn Sahne oder Eier im Likör sind, sollte er innerhalb von ein bis zwei Monaten konsumiert werden.
Über die Herstellung von Likör
Im Prinzip ist die Herstellung eines Likörs ganz einfach: Man nehme einen hochprozentigen Alkohol als Basis, gebe die gewünschten Zutaten (Früchte, Kräuter oder Gewürze zum Beispiel) dazu, füge Zucker hinzu, lasse das Ganze eine Weile ruhen und fertig ist der Likör. Als alkoholische Basis eignen sich fast alle hochprozentigen Spirituosen: Korn, Rum, Obstschnaps, Weinbrand etc. Am besten ist jedoch ein reiner Alkohol (auch Neutralalkohol genannt), ein Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, der keinen Eigengeschmack hat und mit den üblichen 96 Volumenprozent Alkohol das Maximum aus den eingelegten Zutaten herausholt. Doch wie bei so vielen Dingen steckt auch bei der Likörherstellung der Teufel im Detail: Das A und O ist die Qualität der verarbeiteten Rohstoffe und der richtige Umgang mit ihnen. Denn gerade die Aromen in den Früchten sind oft sehr empfindlich und rächen sich bei unachtsamer Behandlung manchmal mit Fehltönen im fertigen Likör. Kleiner Tipp: Bei selbstgemachten Likörkreationen hilft eine kurze Lagerzeit, das Aroma des Likörs zu entfalten und zu intensivieren.
Ein Überblick über die unterschiedlichen Likör-Kategorien
- Bitterliköre und Halbbitterliköre: Diese Liköre werden durch das Extrahieren pflanzlicher Aromastoffe im Alkohol gewonnen. Vom Teint her präsentieren sie sich weit weniger süß als beispielsweise ein klassischer Fruchtlikör, mit durchaus markant-bitteren Noten.
- Kräuterliköre: Diese ebenfalls charakteristisch leicht bitteren Liköre sind auch als Magenbitter bekannt und werden aus unterschiedlichen Kräutern, Pflanzen und Gewürzen hergestellt.
- Fruchtliköre: Hier bestimmt den jeweiligen Likörnamen die dominierende Frucht oder das verwendete Fruchtkonzentrat, das der Alkohol-Basis zugegeben wird. Von Ananas bis Zwetschke kann hier alles vertreten sein.
- Gewürzliköre wie etwa Vanillelikör: Was beim Fruchtlikör die Frucht ist beim Gewürzlikör natürlich das Gewürz. Der würzige Protagonist der im Alkohol mazeriert, bestimmt den Namen.
- Cremelikör, Eierlikör, Kakaolikör und Kaffeeliköre gehören zu den Emulsionslikören. Dabei werden fett- oder eiweißhaltige Zutaten wie Sahne oder Eigelb zusammen mit Alkohol, Wasser, Zucker und Aromen zu einer stabilen Crememischung verbunden. So entsteht die typische cremige Konsistenz dieser Liköre.
- Nussliköre und Kokoslikör: Für nussige Likör-Kreationen werden die verwendeten Nüsse zunächst angeröstet - nur so geben sie ihr Aroma preis - und anschließend in Alkohol mazeriert.
Ein Blick in die Geschichte des Likörs
Liköre stammen ursprünglich aus Italien. Das lateinische Wort „liquor“ bedeutet „Flüssigkeit“. Dort war die Herstellung von Likören nachweislich bereits im 13. Jahrhundert üblich. Allerdings konnten sich nur wohlhabende Schichten (Klerus, Adel, Kaufleute etc.) den Konsum leisten, da eine der Hauptzutaten schlichtweg sehr teuer war - der Zucker. Dies änderte sich etwa im 16. Jahrhundert mit der Kolonialisierung. Die verfügbare Menge an Rohrzucker vervielfachte sich. Damit wurde Zucker auch für das einfache Volk erschwinglich. Um 1760 drängte zusätzlich die heimische Zuckerrübe auf den Markt. Dem Berliner Apotheker Andreas Sigismund Marggraf gelang es erstmals, Saccharose (besser bekannt als Haushaltszucker) aus Rüben zu isolieren. Die im Laufe der Jahre gezüchteten Rüben lieferten ein Vielfaches an Zucker im Vergleich zum Zuckerrohr und überschwemmten den Markt mit dem begehrten Süßungsmittel. Nun konnten sich auch weniger betuchte Zeitgenossen einen süßen Likör leisten. Und das taten sie natürlich auch. Der Likörmarkt erlebte einen enormen Aufschwung. Heute sind Liköre in den verschiedensten Variationen in fast jedem Haushalt zu finden und aus den Hausbars nicht mehr wegzudenken.
Fragen & Antworten rund um Likör 6
Du möchtest die wichtigsten Informationen rund um Likör kurz und kompakt zusammengefasst entdecken? In unserem FAQ-Bereich findest du Antworten auf häufige Fragen zu Herstellung, Alkoholgehalt, Lagerung und Haltbarkeit sowie zum richtigen Genuss von Likören – verständlich erklärt und übersichtlich zusammengefasst.
Die Volumenprozente von Likör reichen von 15% bei Cremelikören bis hin zu 56% bei Kräuterlikören.
Je nach Geschmack und Likörsorte kann ein Likör kalt, bei Zimmertemperatur oder erwärmt serviert werden. Bombardino wird beispielsweise vor dem Genuss leicht erwärmt. Frucht-, Kräuter und Nussliköre können sowohl bei Zimmertemperatur als auch gut gekühlt genossen werden. Cremeliköre schmecken besonders gut bei Zimmertemperatur. Liköre werden meist als Digestif nach dem Essen gereicht.
Besonders empfindlich sind Cremeliköre mit Sahne und Eiern. Lagere einen Cremelikör nach dem Öffnen im Kühlschrank und brauche diesen innerhalb von wenigen Wochen auf. Frucht-, Kräuter- und Nussliköre, die ohne Sahne zubereitet wurden, sollten nach dem Öffnen dunkel und kühl gelagert werden. Sie sind, je nach Alkoholgehalt, nach dem Öffnen deutlich länger haltbar als Cremeliköre.
Liköre sind aromatische Spirituosen, die mindestens 100g Zucker pro Liter enthalten.
Die Basis von Likören bildet meist ein geschmacksneutraler Alkohol, der mit Aromen, Zucker und Wasser verfeinert wird.
Lagere Liköre in geschlossenem Zustand am besten an einem kühlen und trockenen Ort.